2RadChaoten.com Stories Mountainbike Berichte 2009 Wir sind Weltmeister!

Der Saisonstart ist geschafft. Die Bilanz: Zweimal Silber, einmal Bronze, jede Menge Spaß und viele absurde Erfahrungen.
Aber der Reihe nach. Zog das Swat-Team also aus, seine neuen Räder Gassi zu führen. Weil das Wetter gar so garstig war, beschloss es, dies unter Dach zu tun. 24H-Indoor-WM hieß der zugehörige Anlass, Freistadt das Ziel. Am Start: NoBrain, NoWay, NoCoke und der geborgte Gerri Hauer im Viererteam, NoRun und NoRegrets im Duo, NoNose hinter der Kamera und NoMan - zur Strafe, weil sie das schöne Kellys nicht wollte - solo.

Die riesige Messehalle ward umgehend gefunden, das reservierte Turnhallen-Separée flott bezogen, der nachbarliche Supermarkt alsbald leergekauft, die stadtbeste Pizzeria mit weltbestem Discosound sofort heimgesucht. NoBody demonstrierte daselbst eindrucksvoll, was ein Favorit unter gründlicher Wettkampfvorbereitung versteht, und dann ging’s zur wohlverdienten und für längere Zeit letzten Nachtruhe.





Nach Frühstück und Morgentoilette war der Vormittag wahrlich zu kurz, um auch noch den Kurs zu besichtigen – die Chaoten beschränkten sich auf skeptische Blicke von oben, beteiligten sich dafür aber geschlossen am Einzug der Nationen; der halbe Kurs fähnchenschwenkend zu Fuß, das musste zum Kennenlernen reichen.



Letzte taktische Besprechungen und erste Ellbogenkämpfe in der Wechselzone, und schon fiel der Startschuss. Als endlich NoMan vom Häusl zurückgekehrt war, wurden auch die Solisten auf die Strecke losgelassen, und das Chaos nahm seinen Lauf: 24 vermeintlich lange Stunden, überraschend kurzweilig dann, inmitten all der hektisch überholenden, Kurven schneidenden, Hindernisse springenden, Rampe hochkämpfenden Wahnsinnigen.
Schon nach wenigen Stunden hatten die Swatler ihre Positionen bezogen und verteidigten sie wacker bis zum nächsten Tag. Dazwischen gab’s ausufernde Besuche in der Verpflegungszone, seltene Stipvisiten in den Duschen und eine entsprechende Geruchsentwicklung im wohlig-warmen Lager.










Ende gut, alles gut. Sonntag um 13 Uhr kürten sich die 2RadChaoten – unter kräftiger Mithilfe des Steelquater-Sextetts – zum fleißigsten Team des Bewerbs und schleppten schwer an gleich drei Pokalen.




Eindrücke NoMan

Zum Solo-Start gekommen wie die Jungfrau zum Kind (ist nicht auch Maria Empfängnis rund 3 Wochen vor dem Event?), war meine Taktik von Anfang an klar: Viel Essen, viel pausieren, und wenn’s trotzdem nicht lustig ist, sofort aufhören. De facto machte es dann überraschend lange wirklich Spaß, obwohl gerade die Anfangszeit extrem stressig war. Bei keinem Rennen habe ich bislang häufiger zurück geschaut, und tat ich es einmal nicht, schimpfte sofort ein zuvor stummer Überholender von links oder krähte ein Hahn von rechts. Mit stetem Rhythmus und treuem Publikum vergingen die Stunden wie im Fluge. Das letzte Drittel jedoch begann mit Knieschmerzen, und weil ein beleidigtes Gelenk am Saisonbeginn so ziemlich das Unnötigste ist, was man braucht, stieg ich nach 17 Stunden, durchaus zufrieden, aus. Coole Veranstaltung, tolle Helfer, großartige Betreuer, unglaubliche Luft im Lager. Kein Wunder, dass dort keiner schlafen kann ...

Eindrücke NoRegrets

Aus irgendeinem Grund und sogar völlig ohne den Einfluß von Alkohol habe ich mich im Herbst überreden lassen den 24er in der Halle im Zweierteam mit Franz zu fahren. Keine Ahnung warum! Dennoch war die Motivation groß.
Unser Münzwurf hat mich zum Startfahrer gemacht. Startschuß und ab ging die Post. Die Vorjahressieger machten gleich von Anfang an ordentlich Tempo, ich versuchte dranzubleiben, wurde allerdings ein wenig vom Verkehr auf der Rampe aufgehalten. Nach den ersten Turns war schnell klar, die vorne können sich nur selber schlagen, aber nach hinten hatten wir auch genug Luft. So konnte ich die winkelige, aber kurzweilige Strecke durchaus geniesen - wenn man bei 24 Stunden von Genuss reden kann. Immer wieder baute ich Sprünge über die Hindernisse ein und freute mich jedes Mal über die Anfeuerung aus der Wechselzone der Einzelfahrer von NoBody´s Team. So verging die Zeit viel schneller, als bei meinen bisherigen 24H Rennen im Viererteam.
Gleich zum Beginn der Saison einen Stockerlplatz zu erreichen ist sehr schön - danke Franz fürs konstante Hinhalten über die Distanz! Ebenso danke an Claudia, die uns unermüdlich versorgt und dann auch noch durch das Sauwetter nach Wien kutschiert hat.

Eindrücke NoRun

Am 21.02.2009 war es also soweit. Die erste 24h-Indoor-MTB-WM stand kurz vor dem Start. Am Vortag, beim ersten Betreten und Besichtigen der Strecke wurde meine Euphorie etwas gebremst. "Wos, do soll ich wirklich 24h (eigentlich nur zwölf, ich fahr ja im 2er-Team) im Kreis fahren. Do hauts ma jo den Vogl raus". Nach ein paar Bier und einer Pizza am Abend, schaute die Welt gleich wieder anders aus. Aus Zweifel wurde wieder Vorfreude.
Kurz vor dem Start entschieden NoRegrets und ich durch einen Münzwurf, wer den ersten Turn von 40 Minuten fahren darf/muß. Da Martin den Münzwurf "gewonnen" hat, schmieß er sich als Erster in den Kampf um den Weltmeistertitel. Ich beobachtete in der Zwischenzeit das ganze Geschehen von der Galerie aus. Es dauerte ungefähr 37 Sekunden bis ich den Überblick verloren hab. Also machte ich mich schön langsam für meinen ersten Turn bereit. Helm aufsetzen, Handschuhe anziehen, in der Wechselzone einen Platz erkämpfen, auf Martin warten.
Nach der Übergabe versuchte ich in den ersten Runden meinen Rhythmus zu finden. Ja nicht zu schnell starten, 24 Stunden sind lang. Das fahren in der Halle machte mehr Spaß als ich es mir in meinen kühnsten Träumen erwartet habe. Beschleunigen, anbremsen, Überholmanöver, U-Turn, beschleunigen, Hindernis überqueren,...
Die von uns gewählte Taktik erwies sich als perfekt. 40 Minuten waren nicht allzu lang zum Fahren und als Pause genügend lang zum Erholen. In den Pausen schaute Claudia (vielen Dank nochmals fürs Betreuen), dass es uns an Nichts fehlte.
Die Stunden vergingen und unser zweiter Platz war ziemlich gut abgesichert. Das Deutsche Team vor uns war einfach zu stark. Darum konzentrierten wir uns auf das Absichern des zweiten Platzes.
Martin und ich spulten Runde um Runde, Turn um Turn wie die Mopeds runter. Da unser Vorsprung auf das dritt platzierte Team schon sehr komfortabel war und noch stättig wuchs, wurde das Fahren immer entspannter. Mittlerweile unterhielten wir uns beim Wechsel ein wenig. Es machte einfach irrsinnigen Spaß und die restliche Zeit verging wie im Flug.
Nach 24 Stunden, 2456 Links- und 2678 Rechtskurven, 10568 Überholmanöver (für die genaue Anzahl wird keine Gewähr übernommen) war es dann soweit, wir beendeten das Rennen an zweiter Position. Somit sind wir die amtierende 24h-Indoor-MTB-Vizeweltmeister im 2er-Team.
Bei der Siegerehrung und der Gratulation an das Siegerteam, gab Martin schon die Marschrichtung für das kommende Jahr vor..."Gratulier Euch, nächste Jahr werd mas Euch aber nimma so leicht mochen".

Eindrücke NoBrain

Es ist schon eigenartig bei Schneefall und Minusgraden sein MTB Renng´wand einzupacken. Irgendwie will ich ständig die Langlaufschuhe in die Tasche schmeißen, bis ich schließlich meine 7 Sachen zusammen habe, vergeht seeehr viel Zeit; fast genau so viel Zeit, wie am Weg rauf nach Freistadt; da war aber nicht ich, sondern die Schneefahrbahn auch schon auf der Westautobahn schuld.
So, zum Rennen: Der Kurs war schon bei der ersten Besichtigungsrunde lustiger und abwechslungsreicher, als er wirkte. Das sollte sich auch die nächsten 24 Stunden nicht ändern. Auch bei meinem letzten Turn habe ich noch genauso viel Spaß wie beim Ersten. Das zu klein geratene Fahrerlager hatte wiederum den Vorteil den vielen alten Bekannten ständig über den Weg zu laufen und so bin ich rasch, nach der Winterpause, wieder am neuesten Stand der Gerüchteküche ;-) Das Zusammenspiel in unserem Team klappt hervorragend, auch dank modernster Technik (walkitalki´s vom Johnny)
Alles in Allem war´s echt leiwand & ich werde fast sicher Anfang Mai wieder nach Freistadt schauen, um dann an  der 12h WM, dieses Mal dann draußen, teilzunehmen.

Eindrücke NoCoke

Mit einem krankheits- und unfallfreien Winter in den Beinen ging ich eigentlich relativ locker an die Sache heran. 24h-Bewerbe kannte ich bisher nur von Erzählungen. Doch als ich dann am Vormittag in die Halle kam, und die vielen engen, mit Baustellengittern begrenzten Kurven sah, konnte ich mir nicht vorstellen, wie diese Strecke gemütlich von so vielen Startern zu befahren sein würde.
Kurz vor meinem ersten Turn streßte mich auch noch ein kleiner technischer Defekt. Da auch die eigentlich geplante Besichtigungsrunde zugunsten eines (zu später Stunde lebensretten ;) Spareinkaufs ausfallen musste, war die erste Runde gleichzeitig Aufwärmen und Besichtigung im Renntempo. Mit der Zeit fand ich immer besser ins Rennen, jedoch fuhr ich mit viel Respekt vor zahlreichen engen Durchfahrten und zum Teil nassen Kurven, und konnte im Gegensatz zu vielen Pechvögeln ohne Blessuren davonkommen. Im Nachhinein waren für mich die Abschnitte in denen ich auf meinem neuen Sabotage saß und konzentriert die Runden abspulte angenehmer als die Pausen bis zu 2h. Mein Magen gab mir nach 2/3 der Zeit zu verstehen, dass ihm diese Belastung nicht gefällt, zum Glück jedoch behielt er das was ich hineinstopfte.
In meinem ersten Rennen dieser Art wollte ich gerne, Schlussfahrer sein, und ich kann euch nur sagen, dass es ein unbeschreibliches Gefühl ist, nach so langer Zeit über die Ziellinie zu fahren. Respekt vor Leuten, die sowas alleine oder zu zweit schaffen. Überhaupt bin ich stolz über unsere gesamte mannschaftliche Leistung.

Eindrücke NoWay

Es war ein lässiges Rennen. 24h in der Halle im Kreis fahren klingt am Anfang eher eintönig und langweilig, wie soll man das aushalten. Aber die Erwartungen wurden zum glück nicht erfüllt, es war spannend zu fahren, auch ein wenig anspruchsvoll wegen der häufigen Überrundungen. Gut mag aus der Sicht eines 4er-Staffel-Fahrers leicht zu sagen sein, wenn man in Summe "gerade mal" 120 Runden dreht. Vielleicht wird´s aus der Sicht der Einzelfahrer doch etwas fad mit der zeit.
Trotzdem: Angenehme Temperaturen, kein Dreck, kein Radlwaschen nach jeder Runde und teilweise gute Musik. Mir hats gefallen. als Kritik bleiben eher nur infrastrukturell bedingte Unanehmlichkeiten, aber da kann der Veranstalter nicht viel dafür.
Anzuregen wären mehrer derartige Rennen, aber in größeren Hallen. Diese gäbe es ja zu Hauf, man muss sie nur finden. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß man in mach einer Halle ein großartiges Event aufziehen kann, wahrscheinlich dann auch näher an großen Städten.

 Veranstalter Homepage

 Ergebnisse

Text: NoMan Pics: KlausM, NoBrain, NoRmal Vid: NoRmal




Zurück





Diese Seite wurde bis jetzt 2407 Mal besucht

Newsletter / Sitemap / Impressum

Powered by Silverserver / Hosted by NYX Sportmanagement GmbH
© 2002-2019 by 2RadChaoten.com. All rights reserved.