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Trans Carpatia 2010: Eine kurze Geschichte des Erfolgs

7 Tage Carpaten, 7 Tage Marathon, 550km und über 15000 Höhenmeter, 2er Teams. Am 15.8. war der Start zur 7. Trans Carpatia, mit dabei Andreas Rief aka NoWay gemeinsam mit dem eh gemeinhin bekannten Axel Strauß. Gemeinsam mit dem Vorjahressieger startet ich bereits zum 2. Mal bei diesem Etappenrennen durch Südpolen, von der tschechischen bis zur ukrainischen Grenze. Betreut und begleitet werden wir von Emily Benham aus England, für optimale Betreuung war somit durch die gelernte Physiotherapeutin und MTBO Profi-Bikerin aus dem britischen Nationalteam gesorgt.
Wer sich erinnert: Bereits vor 4 Jahren stand ich mit Christian schon einmal am Start dieses legendären Rennens. Damals mussten wir aber nach der 4. Etappe verletzungsbedingt an 3. Stelle liegend aufgeben. Heuer sollte alles viel besser laufen, eine optimale Vorbereitung war gegeben und der Partner ist eh auch kein Unbekannter. Das Rennen ist ja genau nach unserem Geschmack, meist geht es über Singletrails durch die einmalige Landschaft der Carpaten. Richtig hohe Berge gibt es nicht, aber genug Höhenmeter sammeln sich allemal und so richtig steil sind die auch.

Axel

The Gladiator ...

Andi

... der Spürhund

Christine und Beat

Die zukünftigen 1. und 2., noch nicht wissend was da kommen mag.

1. Etappe

Zum Aufwachen ein leichtes Gewitter, zum Start dann recht nettes Wetter, zum Rennen dann ein richtiges Gewitter, und zwar eines das 7h nicht aufhören wollte. Kurz nach dem Start Weltuntergang. Ich bin noch nie 7h in strömenden Regen und schwerem Gewitter gefahren. Das war sicherlich eine Grenzerfahrung, das Gewitter zeitweise direkt über uns und man kam mit dem Blitze zählen kaum nach. Trotz allem gelang uns ein gutes Rennen und wir siegten mit deutlichem Vorsprung vor den 2. Platzierten. Nach 114km, 3200 Höhenmetern und 7.5h Fahrzeit waren wir mit dem Resultat zufrieden, aber beinahe völlig fertig.







2. und 3. Etappe

Sonnenschein am Morgen und eine nicht allzu lange 2. Etappe ließen den gestrigen Tag schnell vergessen. Zwar ging es durch den vom vielen Regen aufgeweichten und schlammigen Boden, doch wenn zumindest von oben kein Wasser kommt sieht die Welt schon anders aus. Zum Beginn der 3. Etappe gab es gleich mal ein richtiges Schmankerl, ich glaube bei uns hieße das Hillclimb, in Polen einfach nur Start zum Marathon. Die Skipiste rauf, natürlich geradlinig, um diese gleich darauf wieder retour bergab zu fahren. Im Anschluss folgte langes Windschattenfahren welches dann in wirklich schöne Singletrails in den Hügeln der Carpaten mündete. Diesmal waren wir wiedermal (das kam öfter vor heuer) vor den Leuten des Veranstalters beim Checkpoint, doch ein kurzes SMS an den Veranstalter und weiter gings. Beim Posten 4 war dann Endstation und die letzten 30km ins Ziel wurden neutralisiert zurückgelegt, da der Regen weite Teile der Strecke einfach unfahrbar gemacht hat.










4. Etappe

Eigentlich sollte die 4. Etappe auch eher gemütlich werden, und genauso fing es auch an. Doch schon der 2. Berg artete in eine Bergwanderung aus, an fahren nicht mehr zu denken, nicht mal Schieben war mehr drin. Also ging es tragend einige 100hm bergauf. Aber danach folgte wie so oft eine wunderschöne Trailpassage mit nicht enden wollenden Abfahrten.

5. Etappe

Die zweitlängste Etappe der diesjährigen Transcarpatia war von einigen Routenwahlen, Umfahrungen und ziemlich gemeinen Bergen gespickt. 2x hieße es beinahe senkrechte Hügel zu erschieben, das Ganze noch im Gatsch und durchs Unterholz. Lustig war das nicht. Das einzige Mal in diesem Rennen mussten wir uns beinahe geschlagen geben. Dem führenden Mixed Team aus der Schweiz gelang es durch geniale Routenwahl bis 10km vor dem Ziel in Führung zu liegen. Nachdem die Etappe da aber schon 7h alt war, überließen wir ihnen den verdienten Sieg und rollten mit Christine und Beat gemeinsam über die Ziellinie.


Das verdiente Bier ...


... scheint Em irgendwie ned zu passen ;-)


Dabei kann mans auch deutlich relaxter sehn.

6. Etappe und AUS

Noch wussten wir nicht, dass es die letzte werden sollte und darum gingen wir auch mit entsprechender Vorsicht in den Tag. Trotzdem war es eine Etappe die mir alles abforderte. Der letzte Anstieg war von einem Hungerast geprägt und ich konnte mich nur mit Mühe über den letzten Berg schleppen. Dazu kamen auch noch 2 Patschen, die uns zwar nicht wirklich zurückwarfen mir aber fast den letzten Nerv raubten. Trotzdem gelang uns auch diesmal einen guten Vorsprung herauszufahren. Wie gewohnt waren wir wieder im Ziel bevor dieses überhaupt aufgebaut war. Kurz nach der Zielankunft kam dann die erlösende Nachricht, dass die letzte Etappe wegen Unfahrbarkeit abgesagt wurde. Wir hatten uns schon am Vortag ein wenig die Route angeschaut und mit etwa 10h Fahrzeit gerechnet......

Fazit: Abgesehen von der Organisation war es wieder eine gelungene Trans Carpatia. Wir hatten viel Spaß, aber auch viel Mühe. So anstrengend hatten wir uns es eigentlich nicht vorgestellt und auch die Frage nach der Aufgabe stellte sich öfter als uns lieb war. Weite Streckenteile waren einfach nicht fahrbar und zu Fuß durch den Gatsch ist halt nicht lustig. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Emily Benham die uns hervorragend betreut hat und immer zur Stelle war wenn wir Hilfe benötigten.



Text: NoWay, Pics: Em Benham, NoWay



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