2RadChaoten.com Stories Mountainbike Berichte 2010 Freistadt 24h indoor MTB WM

24h MTB Indoor WM Freistadt

„Weltmeister“…. Klingt gut… Aber was heißt das jetzt? Und, wie ist es dazu gekommen?



Diese und ähnliche Fragen habe ich mir am 14.2.2010 kurz nach Mittag gestellt. 24 Stunden im Kreis fahren in der Messehalle in Freistadt waren zu Ende. Andi und ich hatten mehr Runden als alle anderen 2er Teams hinter uns gebracht. Um halb zwei bekamen wir Weltmeistertrikots umgehängt und einen sauschweren Pokal aus Mühlviertler Granitstein überreicht. Dann ging´s rasch zurück nach Wien. Martin, der uns schon die letzten 24 Stunden perfekt unterstützt hat, brachte mich jetzt auch noch nach Hause. Sehr, sehr rasch schwinden alle diese wichtigen Fragen in weite Ferne und ich schlief ein.






Heute mit etwas Abstand kann ich die erste Frage immer noch nicht beantworten. „Cool war´s!“ „Super gelaufen ist´s!“ „Wödmasta samma jetztn!“

Wie es dazu gekommen ist, ist mir schon klarer. Viele verschiedene Erinnerungen habe ich dazu. Wann immer man eine ganze Nacht nichts schläft, verschwimmen die Dinge. Zeitlich kann ich vieles nicht mehr zuordnen…


so wie auf dem Bild hab ich ich auch manchmal gefühlt.


Angefangen hat das Rennen nicht gut, den Start verschlafen, dann gleich nach knapp einer Stunde die Hiobsbotschaft: „ Franz (Das andere SWAT Team) hat´s aufstellt und muss ins Spital!“. Da habe ich gleich mal das ganze Rennen in Frage gestellt. Irgendwie fuhren wir dann doch weiter. Lange Zeit lagen wir an 2. Stelle, bis Mitten in der Nacht das führende Team Probleme bekommen hat. So konnten wir nach 12 (oder waren es 10, oder doch 15) Stunden die Führung übernehmen. Ab dem Zeitpunkt hörte ich von vielen Seiten „Jetzt müßt´s ihr´s nur mehr nach Hause fahren“ „...nur mehr…“ ??? wir hatten schließlich noch das ½ Rennen vor uns!
Während der Nachtstunden konnten wir unseren Vorsprung aber ausbauen. Martin, der uns perfekt betreute, reichte uns jede Pause etwas Neues zu essen und zu trinken: Suppe, Torte, Wurst, Iso, Brot, Reiswaffel, Soletti, Kekse, Nudeln, Kaffee, Äpfel, Bananen, und was weiß ich noch alles.
So neigte sich die Nacht zu Ende und die letzten Stunden des Rennens wurden eingeläutet. Am Vormittag mussten wir hauptsächlich darauf achten, dass wir nicht von übermotivierten Racern von hinten gerammt wurden – unser Vorsprung war mittlerweile mit 10 Runden recht komfortabel. So schafften wir auch diese letzte Hürde und bekamen schließlich einen sauschweren Pokal… aber das habe ich ja schon erzählt…


NoWay´s Story:

Eine schöne Geschichte... ja eine echt schöne Geschichte bis auf das ärgerliche Detail mit dem Unfall, echt unnötig und zu verhindern gewesen. Für mich wars ja ein recht unerwartetes Erlebnis, war doch nicht geplant an einem 24h Rennen teilzunehmen. Aber wie kam ich denn nun dazu Weltmeister zu werden:

Einige Wochen vor dem Rennen läutet das Telefon - Rene: " Sers Andi! Du da Johnny wü ned starten, host Lust einzuspringen?" Ich dann darauf, ohne überhaupt nachzudenken: "Ja sicha". Erster Gedanke erledigt, kurz darauf der 2: "Mah, bin i deppert" da wars aba zu spät.



Viele Highlights in diesem Rennen kommen einem dann erst in den nächsten Tagen so langsam in den Sinn. Da war doch mal was mit dem Essen: Martin:" I glaub du solltest mal wieder a paar Nudeln essen." Ich starre offensichtlich sekundenlang ins Leere ohne eine Antwort zu geben. Dann 10 Sekunden später" Du Martin, i glaub i solltad wieda a poar Nudeln essen" Naja in so 24h im Wechsel zwischen Vollgas Sattel und Delirium Sessel kann man schon mal leicht aussteigen. Trotzdem waren es die besten 24 Rennstunden meines Lebens, und das nicht erst seit dem Zeitpunkt mitten in der Nacht, wo wir in Führung gegangen sind.


Die Tage nach dem Rennen waren vor allem zurück in der Arbeit recht lustig. Einige hatten das Rennen online verfolgt und so gab es schon gleich am Montag in der Früh (so gegen 7:30) schon die ersten Glückwünsche. Erst recht erstaunt war ich dann am Dienstag als auf einmal ein Herr Leitenbauer von der Kleinen Zeitung angerufen hat und mich zu dem Rennen interviewt hat. Und offensichtlich haben den Artikel auch einige gefunden, denn auch danach gabs immer wieder Gratulationen von teils unbekannter Seite. Wenn ich jetzt zurückdenke, an den Freitag vor dem Rennen und an den Samstag bei der Anreise. Wenn mich da jemand gefragt hätte ob er statt mir fahren dürfe, ich hätte nicht lange gezögert Ja zu sagen. War doch das mit Abstand beste Skitourenwochenende mit dem besten Schnee der Saison absehbar - und da Andi fährt nach Freistadt um wie a Verrückter im Kreis zu fahren. Im Nachhinein halte ich es da lieber wie Einstein, alles ist relativ und gut wars so wie es war. Einfach der geilste Erfolg aller Zeiten und wenn ich an das dabei Gefühlte denke: "Darf ichs nochmal erleben, denn es war gut, sehr gut"


NoRegrets Anmerkungen

Mein erster Turn verlief, trotz der Startkonfusion, sehr gut. Als ich mich für den Zweiten fertig machen wollte, kam Franz mit blutigem Unterarm an die Bande und musste leider ins Krankenhaus. Somit war mein Rennen auch vorbei, da es keinen Sinn machte alleine gegen die Zweierteams antreten zu wollen.

Also machte ich alles Nötige um René und Andi bei Laune und Kräften zu halten, wenn sie von der Strecke kamen. Wirklich leicht fiel es mir nicht, da ich für das Rennen sehr motiviert war. Aber ich war andererseits froh, dass Franz "nur" genäht werden musste und sich nicht ärger verletzt hatte. Aber die Beiden machten ihre Sache einwandfrei und konnten ihre Gegner langsam ermüden und schließlich verdient gewinnen. Natürlich blieb im Hinterkopf immer der Gedanke über das Duell, dass wir vermutlich geführt hätten, aber egal. Neues Jahr, neue Chance!

Text: NoBrain, NoWay, NoRegrets Pics: Sportograf.com, bringabanda.hu



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