2RadChaoten.com Stories Mountainbike Berichte 2003 Bike Transalp 2003


Vom 19. bis 26. Juli 2003 überqueren 912 durchtrainierte Mountainbiker aus 26 Nationen bei der adidas BIKE Transalp Challenge 2003 zum sechsten Mal in Folge die östlichen Alpen. 652,19 Kilometer, 21.521 Höhenmeter und drei Länder müssen die 456 Zweier-Teams in acht Tagen auf ihren Mountainbikes von Mittenwald nach Riva del Garda bewältigen.
Für die "MBR 2RadChaoten.com" gehen der Mountainbike Revue Testfahrer Thomas Widhalm (NoBody) mit der Engländerin Helen Jackson an den Start.

Die Challenge

Helen Jackson spricht Englisch ... nur Englisch.
NoBody spricht Deutsch ... nur Deutsch.
Wir dürfen gespannt sein. Ausserdem mit von der Partie ... the neighbours ... NoCrash und NoSpeed. Erstmals ohne Tempomat unterwegs versuchen Sie sich als Betreuer und Dolmetscher.

Freitag, 18. Juli 2003, Ankunft in Mittenwald

NoSpeed, NoCrash und ich sind gut angekommen. Verkehr war nicht so schlimm wie erwartet und somit konnten wir uns auch gleich die Nummern holen. Helen ist von England nach München geflogen und das letzte Stück mit dem Zug angereist. Mein erster Eindruck: die Frau sieht verdammt stark aus .. sehr förmig. Bei der Abschleppseil-Diskussion meinte sie - wir könnten uns die Geschichte sparen ... ausser sie müsste mich abschleppen ... wir werden sehen. Wir sitzen gerade bei Nudeln und Bier und besprechen die Taktik für morgen: Vollgas und nichts anbrennen lassen - sehr gut.


Ankunft


Erste Begegnung 2003
Helen: "How are you?"
NoBody: "I am Thomas"


Nummer drauf


Ready to go

Samstag 19. Juli, 1. Etappe: Mittenwald - Reith im Alpbachtal
83km, 1991hm, Fahrzeit: 3:53, Schnitt: 22.3, Platzierung: 4.

Die erste Etappe und schon der erste kleine Einbruch. NoBody: "Es war extrem heiss und mir ist es nicht gut gelaufen. Am ersten Berg hat zwar noch alles gepasst und wir haben auch kurzzeitig das Seil verwendet. Dann plötzlich ... mein Kreislauf ... konnte nur mit Müh und Not an Helen dran bleiben. Ausserdem sind die anderen Teams wider erwarten extrem stark. Egal: immerhin der vierte Platz mit ungefähr sechs Minuten Rückstand auf die Führenden. Des haast no gor nyx."


letztes Tuning vor der ersten Etappe


noch gschwind einen Schluck grünen Tee


erster Defekt - Camelback undicht


Start


Helen gibt Gas


NoBody fix und fertig

Sonntag 20. Juli, 2. Etappe: Reith im Alpbachtal - Kirchberg
86km, 3225hm, Fahrzeit: 4:48, Schnitt: 18.4, Platzierung: 4.

Dieses Jahr gehts bei der Transalp mächtig zur Sache. Auch die zweite Etappe wird aggressiv begonnen und die gegnerischen Teams sind stark. NoBody: Die zweite Etappe begann mit einem kleinen Hoppala. Mein Betreuer NoSpeed hat, in verschlafenem Zustand, auch mein Rad im Auto verstaut ... kurz bevor er wegfahren wollte, bemerkte Helen das Malheur und dachte ich würde aufgeben. Puh - war echt nicht leicht das Missverständnis in meinem gebrochen Englisch aufzuklären ... war knapp. Beim Rennen lief zunächst alles prächtig. Über die ersten beiden Berge hab ich Helen gezogen ... Vollgas ... und wir waren fast die ganze Zeit an zweiter Stelle. Am letzten Berg bin ich wieder "austrückert" und musste mich erneut anstrengen an Helen dranzubleiben. Sie riskiert viel - verdammt viel, unter anderem machte sie einen Ausflug in die Botanik und einen Besuch im Gegenverkehr - ohne Folgen. Auf der letzten Abfahrt rammte ich leider einen Stein ... böse böse ... ausser einem 8mm langen Riss im Reifen ist aber nichts Oarges passiert ... gschwind Luft mit der Patrone hineingedrückt und gottseidank hat der tubelesskit Gatsch den Riss sofort abgedichtet. Dann begann eine Aufholjagd und wir konnten uns noch den vierten Rang sichern ... zwischen dem zweiten und dem vierten Platz lagen heute 7 Zehntelsekunden, dieses Jahr wirds verdammt eng. Der Reifen hat übrigends bis ins Ziel gehalten und fast keine Luft verloren.


Start #2


putzta


dichta


issta

Montag 21. Juni, 3. Etappe: Kirchberg - Neukirchen
52km, 2547hm, Fahrzeit: 3:40, Schnitt: 14, Platzierung: 4.

NoBody: "Heut ist es uns ansich gut gegangen ... trotzdem nur Vierte ... diesmal mit 2 Minuten 30 Sekunden Rückstand auf die Dritten. Das Führungsteam mit Katrin Schwing und Matthias Ball ist allerdings unantastbar. Helen ist heute am steilen Stück vom Pengelstein spektakulär gestürzt - ich konnte mich noch gerade rechtzeitig einbremsen. Grund: Bremsdefekt wegen Hitze - beide Scheibenbremsen sind auf dem langen Downhill fast abgebrannt. Glück gehabt! Morgen folgt die Königsetappe der Transalp - 147km mit 3526hm - vielleicht der entscheidende Tag ..."


Chaotenpaar: Sind sie nicht süüüß? Übrigens war Helen tatsächlich so luschtig, wie's aussieht und Tom so fertig, wie's wirkt...


Hundeleine: Abgekupfert von den Südtirolern 2002 - die perfekte Ziehvorrichtung, findet Tom. Unnötig, findet Helen.


O-Ton zu diesem Foto: "Nächstes Mal fahr ich mit einem Mann, ist das Selbe".


the Untouchables

Dienstag 22. Juni, 4. Etappe: Neukirchen - Brixen
147km, 3526hm, Fahrzeit: 6:21, Schnitt: 23, Platzierung: 4.

NoBody: "Zur Abwechslung sind wir heute mal Vierte geworden. Obwohl wir bis kurz vorm Ziel noch an der dritten Stelle lagen. Bei einem anderen Team ist das Mädel gestürzt und ihr Typ war schon unten. Ok - bin ich stehengeblieben und hab das Radl repariert. Hat auch nicht lange gedauert. 10 Minuten vorm Ziel hatte Helen einen Platten. Da haben wir dann nochmal Zeit liegen lassen. Bergauf sind wir, nach den Führenden, gefühlsmässig das stärkste Mixed Team. Auf den Geraden schließen die anderen leider immer wieder auf und die schnellen Forststraßen liegen Helen nicht besonders. Hoffentlich wirds bald technischer. Ausserdem Hoppala#2: Unsere Betreuung hat uns 2x bei der Getränkeübergabe verpasst ... somit waren wir fast drei Stunden ohne Trinken unterwegs ... bei 40 Grad in der Sonne *staub*." Erster prominenter Ausfall: Sehr böser Sturz wegen Materialdefekts des in der Masterswertung Führenden Martin Hornegger aus dem Team Siemens M55 – adidas. Nach der medizinischer Erstversorgung durch das „MV-Rescue“-Team, das mobile Rettungsteam im Rennen, deutete alles auf einen Bruch in der Schulter hin. Wir wünschen gute Besserung!


Neighbour #1 NoCrash


Neighbour #2 NoSpeed

Mittwoch 23. Juli, 5. Etappe: Brixen - St. Ulrich
47km, 2793hm, Fahrzeit: 3:19, Schnitt: 14, Platzierung: 5.

NoBody: "Den heutigen Tag versuch ich gleich wieder zu vergessen. Zu Beginn dieser kurzen und schnellen Etappe waren wir extrem flott unterwegs und ich habe Helen ueber die ersten Berge gezogen. Dachte ich jedenfalls ... auf einmal fuhr sie neben mir ... und dann fuhr ich nur mehr ihr nach. Leider einen Hungerast eingefangen ... nyx ging mehr. Seis wies sei - verloren haben wir aber nichts - ich blieb dran. Naja - fast nichts ... etwas Zeit mit dem schon fast obligatorischen Platten ging schon drauf. Aber wuascht - ich geh jetzt auf eine Pizza ... oder zwei oder drei."







Donnerstag 24. Juli, 6. Etappe: St. Ulrich - Kaltern
103,63km, 3288hm, Platzierung: 5

NoBody: " Es war ein sehr erlebnisreicher Tag. Beim ersten Anstieg waren wir noch in der Spitzengruppe dabei. Bei der anschließenden Asphaltabfahrt kollidierte Helen dann mit einem Auto und stürzt. Ergebnis: Total zerschundene Helen und ihr Radl a bissl verbogen. Nach der Reparatur (vom Radl) sind wir dann noch im Wald falsch abgebogen und mussten 200hm wieder bergauf schieben, während unsere Gegner am Gegenhang runter fuhren.

Nach einer todersverachtenden Aufholjagd reisst Helen bei einer Waldabfahrt wieder ihr Rad rum - ich hörte es nur mehr rascheln. Kommentar der blutenden Helen: 'it's okay'"

Freitag 25. Juli, 7. Etappe: Kaltern - Andalo
70,94km, 2976hm, Platzierung: 1

NoBody: "Das Führungsteam von Bergwerk mit Katrin Schwing und Matthias Ball hatte Pech. Ihnen wurden gestern Nacht die Räder aus dem Hotelkeller gestohlen, und sie mussten das Rennen aufgeben.

Dafür waren wir heute von Anfang an vorne dabei und konnten unsere Führung bis ins Ziel noch ausbauen. DER ERSTE SIEG, und dritte Gesamtrang nach sieben Etappen.

Wir sind motiviert für die morgige letzte Etappe nach Riva, und der 2RC-Teamchef wird uns Rückendeckung geben.

Samstag 26. Juli, 8. Etappe: Andalo - Riva
53km, 1041hm, Fahrzeit: 3:15, Schnitt: 16,4 Platzierung: 2.

NoBody: "Es war eine extrem schwierige Etappe - selektive Downhills, viele Steine und sehr viel Geröll. Karl Platt vom zweitplatzierten Männerteam hatte in 2:20 h 4 Platten und präsentierte am Ende ganz stolz die kaputten Schläuche. Am Schluss wurde es dann noch spannend, denn die viertplatzierten in der Gesamtwertung haben auf der letzten Etappe den Sieg herausgefahren. Mit unserem heutigen, zweiten Platz konnten wir aber trotzdem knapp unseren dritten Gesamtrang verteidigen."

Helen ist bei den Downhills heute wieder zwei Mal gestürzt, wieder mit ihrem typischen Kommentar: "it's okay".

Im Ziel waren heute erstmals beide, Thomas und Helen, ziemlich fertig. Doch die Strapazen haben sich gelohnt!

Die Fahrzeit von 35 Stunden 3 Minuten 42 Sekunden für 652 km und 21.521 Höhenmeter reicht für den dritten Gesamtrang. Nicht mal 6 Minuten hinter dem zweitplatzierten Team finishen Thomas Widhalm und Helen Jackson von den MBR 2RadChaoten.com.

Die Mountainbike Revue und die 2RadChaoten gratulieren euch ganz herzlich zu diesem Erfolg, und wir sind natürlich schon sehr gespannt, ob NoBody auch nächstes Jahr wieder eine Frau findet, die ihn abschleppt (bergauf)!
































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