2RadChaoten.com Stories Mountainbike Berichte 2009 12h MTB EM Freistadt

Anreise und Vorbereitungen

Obwohl wir zeitig am Freitag Nachmittag von Wien weg fuhren, blieb uns der obligatorische Stau Richtung A1 nicht erspart. Da der Stau schon fast eingeplant war, nahmen wir´s gelassen; Zeit hatten wir genug. Dank einer guten Vorbereitung wußten wir auch wo wir hin mußten, und sind uns nicht mal verfahren.
In St. Peter bei Freistadt am Truppenübungsplatz angekommen machten wir uns ans Zelt aufbauen.
Mit dabei waren Pia, Astrid, Michi, Roman, Martin und ich.


Unser neues großes Zelt. Na ja, ganz neu ist es nimmer, aber wenig verwendet


Auf zur "Lagerfeuerromantik"!


Matthias, der Veranstalter der Rennens, sorgt für´s Feuer


Rennvorbereitung: Was tun wenn nach 11 Stunden fahren, die Augen nicht mehr offen bleiben wollen!

Nachdem ein Regenschauer die gemütliche Stimmung am Feuer je unterbrochen hatte, flüchteten wir ins Zelt und bereiteten die restlichen Dinge für´s Rennen vor: die Räder lehnten wir vorsichtig aneinander, die Dressen wurden griffbereit zurechtgelegt, Getränkeflaschen wurden aufgefüllt und artgerecht verstaut und natürlich der Wecker gestellt - 5:45 :(


Der Tag des Rennen´s!

Das Aufstehen bereitete mir, gar nicht so überraschend, wenig Mühe. Im Zelt, fast unter freien Himmel schlafend, wache ich fast immer zeitig UND frisch auf. Nach einem guten Frühstück im Versorgungszelt blieb nicht mehr viel Zeit bis zum Rennen. Nachdem wir uns mit unseren Betreuern nochmal abgesprochen hatten, ging´s direkt, ohne großes Einrollen zum Start.

7:15 Fahrerbesprechung!

Das wirklich schöne an längeren Rennen ist, dass niemand am Start Stress hat. Die Gedanken an 12 Stunden mountainbiken lässt alle Eile in den ersten Runden klein und unwichtig erscheinen. So ging es recht gemütlich, aber pünktlich um halb acht los.
Die Strecke, ein 4,8 Kilometer langer Rundkurs mit 70 Höhenmeter war wirklich gelungen. Sie hatte eher den Charakter eines XC Kurses: schnelle Schotter und Wiesen Abfahrten, steile Anstiege mal auf Schotter, mal im Wald über Stein und Wurzel; durch einen Schützengraben - schließlich befanden wir uns auf einen Truppenübungsplatz des österreichischen Bundesheeres - dann ein sehr holpriger Downhill durch teilweise weglosen Wald, vorbei an 2 ausgebrannten Opel Kadett (wirklich passend!). Schließlich um einen alten, russischen Panzer, um nach einen weiteren Schotter Uphill wieder Richtung Start/Ziel Gelände zu kommen!

Vom Beginn an fühlte ich mich sehr gut, und bin mit den Führenden Einzelfahrern mitgefahren. Als dann kurz später der Fahrer des schnellsten 2er Team an uns vorbei zog, ließ ich mich hinreissen und bin mit ihm mitgefahren. - Das brachte mir zwar recht lang die Spitzenposition ein, hätte mir allerdings fast auch ein vorzeitiges Aus beschert. Aber wie konnte ich da langsamer treten? Führender bei der 12h EM! Das ging einfach nicht! - Natürlich war das Tempo einfach zu hoch, ich wollte das aber nicht wahrhaben. - Nach 3 1/2 - 4 Stunden hatte ich zwar circa 1/2 Runde Vorsprung. Doch dann bekam ich die Rechnung für mein Anfangstempo präsentiert: Krämpfe und ein leerer Kopf. Nur durch wirklich einmalige Betreuung von Michi (DANKE!!!!!!!), er versorgte mich 2mal pro Runde mit Speis´ und Trank, habe ich diese schmerzhaften Stunden hinter mich bringen können!


Am Weg zum Michi, der wie immer mit einer gefüllten Flasche und irgend einer Kleinigkeit zum Essen auf mich wartete!


Durch den recht engen Schützengraben.

Die 2. Halbzeit

Nach unzähligen Bananen, Soletti, Riegel, Orangenscheiben, Suppen (ohne Einlage in der Trinkflasche) und Unmengen an anderen Flüssigkeiten hatte ich mich bei Halbzeit wieder etwas erholt. Das änderte aber nichts daran, dass ich nicht mehr annähernd das Tempo vom Beginn fahren konnte. Nach einigen Ausfällen war Thomas Hödlmoser noch Zweiter. Doch mir war schon sehr klar, dass es nur mehr um Minuten handeln konnte, bis er an mir vorbei ziehen würde. So kam es dann auch nach etwas mehr als 6 Stunden. An Mitfahren brauchte ich mit zu denken. Jetzt war er einfach viel zu schnell und ich war froh, dass ich nach den letzten Stunden überhaupt noch am Rad sitzen konnte.
Langsam überwand ich das große Loch in das ich gefallen war mehr oder weniger zur Gänze und begann wieder meinen Takt zufinden. Wieder begann ich regelmäßig Leute einzurunden. Auch Kopf und Beine spielen wieder brav mit. Nur noch 5 Stunden!


Martin nach der Ausfahrt beim Schützengraben. Er hat offensichtlich leicht lachen!


Bei mir schaut das Ganze nicht ganz so entspannt aus!

Irgendwann fuhr Roland Kreslin von den Ghost-Bikern auf mich auf. Er lag an dritter Stelle (Den Platz verteitigte er auch bis zum Schluss!) mit einer Runde Rückstand. Ohne große Worte schlossen wir einen Nichtangriffspakt und fuhren, nur unterbrochen durch einen technischen Defekt von Roland, bis zum Ende gemeinsam. Er war im Flachen etwas schneller, ich im steilen Uphill. So glichen wir uns perfekt aus. Die darauf folgenden Runden und Stunden vergingen fast wie im Flug. Die Positionen 1 bis 4 waren, soweit ich informiert war, einzementiert.

Schließlich rundete uns Thomas 30 Minuten vor Ende einweiters Mal ein, und beschloss Milde walten zu lassen, er blieb dieses Mal bei uns. So konnten wir zu dritt die letzten Runden genießen.

Nach 12 Stunden war es dann endlich offiziell: Ich war tatsächlich 12h MTB Vize Europameister.


Zieleinlauf!!


Siegerehrung im dämmriger Stimmung!

Glücklich aber müde suchten wir nach einem kleinen Abendessen unser Zelt auf und fielen alle sogleich in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

SOLLTEN IRGENDWELCHE ANDEREN GERÜCHTE BEZÜGLICH UNSERER ABENDAKTIVITÄTEN NACH DEM RENNEN KURSIEREN - SIE STIMMEN EINFACH NICHT!!!!!

Es gab weder Leberkässemmeln, noch Frankfurter, keinen mitgebrachten Wein aus Pepsi-Bechern und natürlich auch kein Bier!!

 Resultate

 Veranstalter

Text: NoBrain, Pics: Michi



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